Mainz 2116. Die einst beschauliche Stadt ist mit Frankfurt und Wiesbaden zur boomenden Megacity Rhein-Main mit 8 Millionen Einwohnern zusammengewachsen. Nicht zuletzt ließ sie der gestiegene Meeresspiegel sie zu einer der weltweit beliebtesten Einwanderungsregionen werden. Große Teile Europas liegen unter Wasser. Hier, im Herzen der Vereinten Staaten Europas, ist die Lebensqualität hoch und die Menschen sind vergleichsweise zufrieden. Sie haben sich zu einer Community zusammengeschlossen und ein stabiles System entwickelt, das nicht mehr auf ein Außen angewiesen ist: Auf dem Domplatz sonnen sich genetisch optimierte Think-Controller am Ufer eines Rheinarms, durch den in gleichmäßiger Strömungsgeschwindigkeit destilliertes Wasser fließt. Mittels Kraft-Wärme-Koppelungen aus Körper-, Wind- und Sonnenenergie ist jedes Gebäude sein eigenes Kraftwerk. Das humanhistorische Museum wirbt für eine Sonderausstellung über den Homo Analogicus. Ein Sonderausschuss für organoplastische Technologieentwicklung besucht zu Forschungszwecken die Subcommunity datenresistenter Bürger im Naherholungsgebiet Finthen.

Wir können die Zukunft nicht voraussagen. Aber wir können uns fragen, wo wir jetzt  stehen. Welche Entwicklungen zeichnen sich gegenwärtig in Mainz ab? Was sind unsere Ängste, unsere Hoffnungen, unsere neuen Realitäten? Welche Stadt wollen wir in Zukunft sein? Und wer überhaupt ist dieses „wir“? Große Fragen mit vielen Facetten, ohne einfache Antworten.

Werden wir also konkret und zoomen heran an die Visionen der Mainzer*innen. Mit In Zukunft:Mainz weiten wir die Bühne auf die ganze Stadt aus – eine Bühne für Ihre Ideen, Utopien und Widersprüche.

Vom 23. April bis 10. Juli 2016 begeben wir uns mit Workshops, Vorträgen, Performances, Diskussionen und Fahrradtouren auf eine Spurensuche des Zukünftigen. Expert*innen aus Kunst und Wissenschaft geben Auskunft über den Stand der Dinge und blicken mit uns auf das Kommende. Pionier*innen dieser Stadt legen Fährten und lassen uns an ihren Projekten und Ideen teilhaben – ob beim Gärtnern auf dem Tritonplatz, während den Fahrradtouren, beim Picknicken oder in Gesprächsrunden.

Mit den Mitteln des Theaters wagen wir zum Abschluss und Höhepunkt mit dem PERFORMATIVEN KONGRESS vom 8. bis 10 Juli 2016 den Sprung ins Ungewisse, fördern dystopische Untiefen zutage und erproben utopische Gegenwelten. Der Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wird dabei zum Zukunftslabor. Orte des Forschens, Hörsäle, Gewächshäuser und Archive laden im Rahmen des Projekts dazu ein, nahegelegte oder naheliegende Zukunftsprognosen auf die Probe zu stellen und bei einem performativen Audiowalk spielerisch zu befragen.

Im Rahmen des groß angelegten Kooperationsprojektes der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Hochschule Mainz Gestaltung und des Staatstheater Mainz, realisieren Studierende der Theaterwissenschaft und der Innenarchitektur/ Kommunikation im Raum in Zusammenarbeit mit künstlerischen und wissenschaftlichen Mentor*innen aller drei Partnerinstitutionen, die sieben Stationen des Rundgangs. Temporär werden die Räume ihrer alltäglichen Nutzung enthoben und durch neue Assoziationen und Bedeutungsschichten aufgeladen. Diese Überformung wird sowohl performativ als auch szenografisch-installativ vollzogen. Dabei findet eine intensive Auseinandersetzung mit dem Ort selbst statt, der in seinen geschichtlich gewachsenen Strukturen und Verwendungsformen stets präsent bleibt und hinter den utopischen Überschreibungen durchscheint.

Zudem werden während des Kongresswochenendes die vier Themen der MainzMaps I-IV erneut aufgegriffen und in vier ZUKUNFTSGESPRÄCHEN vertieft. Lokale Akteur*innen, die aus ganz unterschiedlichen Perspektiven bereits heute Zukunft gestalten, sprechen mit Friederike Habermann und Jan Deck über künftige Perspektiven auf Fragen nach Wert, Ressourcen, Technik und Zusammenleben.

Seien Sie dabei und machen Sie mit, wenn künstlerische, wissenschaftliche, lokale und internationale Visionen in Kontakt kommen. In Zukunft:Mainz hat begonnen!

Programmheft_In Zukunft Mainz_16

Plakat In Zukunft Mainz_Der Performative Kongress

 

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